… und die obligatorischen Seminarfotos ;-)

Geknipst von Franz Knittelfelder. Advertisements

Ein Mix: Weitere Tools, Tipps und Fragen aus dem Seminar und dem Piratepad

Auf Issuu können blätterbare PDF erstellt werden. Diese sind einfach in eine Website oder ein Blog einbindbar. Damit ist bspw. das gedruckte Bildungsprogramm komfortabel direkt auf der Website abrufbar. Scribd ist ein ähnliches Tool, nur dort werden PDFs nicht geblättert, sondern gescrollt. Es ist also eher für textlastigere Unterlagen geeignet.

Fabasoftfolio ist ein Programm mit Funktionen wie die Dropbox, allerdings ohne extra Software-Installation. Es bietet auch Funktionen in Richtung Projektmanagement und ist wesentlich komplexer. Das Programm ist allerdings kostenpflichtig. Projektmanagement-Tools gibt es sehr viele verschiedene im Netz. Wer so etwas braucht, sollte sich die verschiedenen Produkte genau ansehen.

Buchtipp: Hans G Zeger: Paralleluniversum 2.0 Wie Online-Netzwerke unsere Gesellschaft verändern

Buchtipp: Soziale Bewegungen, Soziale Medien (auch vollständig ohnline unter http://sozialemedien.org)

Aus Powerpoints können PDFs gemacht werden und dann in die Website eingebunden werden. Bei MS Office ist dazu ein Zusatzprogramm erforderlich. Wer anstatt MS Office als Office-Paket OpenOffice (Open Source, kostenlos) einsetzt, hat diese Funktion gleich direkt eingebaut (auch in der Textverarbeitung und Tabellenkalkulation). Alternative: Das mit Slideshare lösen, auch von dort sind Downloads durch die NutzerInnen möglich.

Weiteres Tool für Social Bookmarking (neben Delicious): Zootool.

Was so alles passieren kann, wenn Beteiligungsangebote nur halb ernst gemeint sind: Pril schmeckt nach Hähnchen 😉

Wer gerne mal einen Podcast über die kleinen, praktischen Tools hört: #tlws

Wikipedia: Wichtig, weil das Google-Ranking der Einträge sehr gut ist! Da aber einfach Einträge umschreiben, geht nicht und kommt in der Community überhaupt nicht gut an. Wer dort mitschreiben will, sollte sich vorab intensiv mit den Mechanismen beschäftigen. Der Einstieg ist dort gut, wo jemand für ein Thema ExpertIn ist.

Sehr guter Einsteig zum Thema Datenschutz und -sicherheit.

Menschen brauchen Orte. 

Risken von Social Media

Neben ihren Hoffnungen sammelten die TeilnehmerInnen aber auch ihre Befürchtungen im Kontext Social Media. / Überlegungen zum Umgang damit

Chancen von Social Media für die Erwachsenenbildung

Die TeilnehmerInnen sammelten ihre Hoffnungen, die sie mit Social Media für ihre Arbeit verbinden. Aber auch Risken.

Da ist schon soooo viel da!

Sammlung jener Social Media Tools, die die SeminarteilnehmerInnen jetzt schon nutzen:

 

Seminarübersicht

Pädagogische MitarbeiterInnen von Erwachsenenbildungseinrichtungen der Erzdiözese Wien setzen sich am 29. und 30. November 2011 mit dem Thema Social Media intersiv auseinander. Dieses Blog dient als Unterstützung des Seminars und soll auch darüberhinaus die Vertiefung mancher Themen ermöglichen.

Ziel/Thema: Gemeinsamer Einstieg ins Thema Social Media und konkrete Ansatzpunkte dafür im eigenen Arbeitsfeld der TeilnehmerInnen festmachen können.

Zeitrahmen:

Di. 29. Nov.

15.00 -15. 30 Eintreffen, Kaffee

15.30 – 16.45 Uhr

  • Begrüßung, kurze Vorstellrunde (Name, Organisation)
  • Vereinbarungen zur Zusammenarbeit, kurze Vorstellung dieses Blogs, Mitschriften idealerweise kollektiv im Piratepad.
  • Input zum Einsteig: Was ist Social Media?  (Persönliche Öffentlichkeiten, Zahlen, Theologie).
  • Wie nutze ich derzeit Social Media? Erfahrungsaustausch der MitarbeiterInnen der verschiedenen EB-Einrichtungen. (Runde nach kurzer Vorbereitung der TeilnehmerInnen)

16.45 – 17.00 Kurze Pause

17.00 – 18.30

18.30 – 19.30 Abendessen

19.30 – 20.30 Uhr

  • Social Media als Lernfeld. In der Gesellschaft, in der Kirche, in der Bildung (Video und Diskussion).

Mi. 30. Nov.

7.45 – 8.00 Laudes

8.00 – 9.00 Frühstück

9.00 – 10.15 Uhr

10.15 – 10.30 Pause

10.30 – 12.00

12.00 – 13.30 Mittagessen

13.30 – 15.00 Uhr

  • Dringende offene Fragen.
  • Feedback.
  • Vereinbarungen über etwaigen weiteren Austausch, weiteres Lernen voneinander.
  • Verabschiedung.

Materialbedarf

  • Schneller Internetzugang, idealerweise über WLAN
  • Beamer
  • Boxen für den Ton vom Laptop
  • Verteilersteckdosen (auch für die TN-Laptops)
  • Pinwand
  • Karterl und Stifte
  • Flipchart

Foto Flickr CC by-nc-sa svennevenn

Fallbeispiel: ARGE Bildungshäuser Österreich

Die ARGE Bildungshäuser Österreich, eine der Vernetzungsorganiationen im Bildungsbereich, ist seit Ende 2009 auf Facebook und Twitter aktiv. Ziel dabei ist einen Beitrag zur Vernetzung der Aktiven in den Bildungshäusern zu leisten.

Gaby Filzmoser reflektiert darüber in einem Blogeintrag. Die Zugriffszahlen auf die Homepage sind gestiegen und offenbar eignet sich Facebook für dieses Ziel besser als Twitter. Sie resümiert:

In unserer Branche – der Erwachsenenbildung – sind wir immer noch ganz am Anfang, Social Media betreffend. Meine Prognose: Je mehr Personen in den Social Medias aktiv werden, umso interessanter wirds. Aus Sicht der ARGE BHÖ kann ich feststellen, dass die Beziehungen, zu jenen Personen, mit denen ich auf Facebook kommuniziere, wesentlich intensiver und persönlicher sind, als jene, die mir als Facebookfreunde fehlen. „Fehlen“ meine ich hier wörtlich. Ich finde es schade, dass ich mit vielen Bekannten nicht auf dieser Ebene kommunizieren kann. Das Ziel zu netzwerken und ein wenig zu plaudern kann ich mit Facebook sehr gut erreichen.

Seitens der Vernetzungsstrukturen ist u.a. auch die Marke Katholische Elternbildung auf Facebook aktiv. Das BMUKK ist mit www.erwachsenenbildung.at dort präsent.

Feedbackrunde

Was war gut? // Good?
Was war tricky? // Tricky?
Was habe ich gelernt? // Learned?
Was ist meine nächste Aktion? // Action

Und das ist dabei herausgekommen:

Foto Fragezeichen Flickr CC by-sa alexanderdrachmann

Der Bildungsbereich verändert sich

Sehr amerikanisch und vor allem auf die Schule bezogen. Aber doch …

Und die Ressourcen? Social Media als Lernfeld

Social Media ist für alle vor allem ein Lernfeld: Für die Person, für die Organisation. Natürlich braucht es überlegte Planung, doch bleiben dabei immer mehr Fragen als Antworten.

Social Media als Lernfeld

  • Umsetzung Schritt für Schritt. Eine Organisation wird nicht von einem Tag auf den Anderen 2.0.
  • Ressourcen realistisch einschätzen, Freiräume schaffen. Kurzfristig macht Social Media mehr Arbeit, mittelfristig finden aber Verlagungsprozesse statt (z.B. weniger Emails).
  • Learning by Doing. Damit rechnen, dass auch manchmal etwas nicht klappt (Google-Strategie).
  • Bewährt hat sich: Menschen, die mit den Inhalten beschäftigt sind, sind selbst im Social Web aktiv und nicht nur eine Stelle für Öffentlichkeitsarbeit. Personale Kommunikation lässt sich nicht delegieren!
  • Unbedingt dort anfangen, wo es auch jemand gibt, der/die für die konkrete Form der Kommunikation eine Leidenschaft hat: Wer sowieso gerne auf Facebook ist, wird leicht eine Seite für die Organisation betreuen können. Wer gerne schreibt und diskutiert, könnte ein Blog führen. Wer immer schon mal Radio machen wollte, würde sich mit einem Podcast-Projekt wohlfühlen.
  • Bewusst nach Menschen im Umfeld der Organisation Ausschau halten, die Digital Natives sind. Oft lassen sich diese bei einem ernsthaften Partizipationsangebot gut einbinden. Bei der Suche nach neuen MitarbeiterInnen Social Media Kompetenzen als Kriterium mitdenken.
  • Social Media ist kein PraktikantInnenjob, sondern letztlich ChefInnen-Sache! Auch, wenn sich manchmal PraktikantInnen besser auskennen als die ChefInnen.
  • Geduld haben, Erfolge stellen sich nicht in ein paar Wochen ein. Die 90-9-1-Regel zu kennen, hilft dabei, realistische Erwartungen an die Interaktion zu haben.
  • Unterstützung holen! Feedback wahrnehmen! Lernen!

Foto Flickr CC by-nc-nd andyi

Öffentlichkeitsarbeit für Bildung im Social Web

Wenn sich Bildungsarbeit durch partizipatives und kollaboratives Arbeiten sowieso ins Social Web verlagert, generiert das automatisch Öffentlichkeit. Die beste Werbung ist die „Mundpropaganda“. Dafür bietet das Social Web eine gute Basis.

  • Wo sind sowieso schon thematisch relevante Communities im Netz, in die sich MitarbeiterInnen der Bildungseinrichtung einklinken können?
  • Was sind die Ziele in Social Media? Welche eigenen Kanäle braucht es?
  • Wie wird das Social Web Teil des gesamten Kommunikationskonzepts der Organisation?
  • Online-Werbung und Social Advertising z.B. auf Facebook: Zu bedenken dabei ist, dass der kirchliche Mainstream nicht sehr aktiv im Internet ist und für welche Themen sich das wirklich eignet.
Was nicht geht
  • Auf die „Party Facebook“ kommen und dort nur Werbeschilder für Veranstaltungen hochhalten. Ja, das geht technisch schon. Macht aber kommunikativ keinen Sinn.
  • Notwendige Veränderungsprozesse in Organisationen löst das Social Web nicht von selbst, es ersetzt keine anstehende Organisationsentwicklung. Das Social Web kann aber Katalysator für die Öffnung einer Organisation sein.

Was geht, was geht nicht? 

  • Mit welchen Zielgruppen von Bildung ist was realistisch möglich und sinnvoll? (Netzaffinität, Mobilität). Wie kann die Zielgruppe weiterentwickelt werden?
  • Wo ist Bildung, die sich komplett offline abspielt vielleicht auch eine gutes Kontrastprogramm zu einer Gesellschaft, die ständig online ist?
  • Wie wirkt sich das Social Web auf die Finanzierungsstruktur von Bildungseinrichtungen aus? („Gratiskultur“ im Internet, Crowdfunding)

Foto Flickr CC by-nc altemark

Partizipatives und kollaboratives Arbeiten in Social Media für den Bildungsbereich

Kooperation, Kollaboration und selbstgesteuertes Lernen sind zentrale Stichworte der aktuellen Bildungsdebatte. Dafür bietet das Social Web viele Anknüpfungspunkte.

Bildungsmanagement 

  • Eigens Informationsmanagement, z.B. RSS-Feeds nutzen.
  • Nutzung von kollaborativen Arbeitstools (Doodle, Google Docs, Dropbox, Bookmarking-Dienste, …) im Team und in der Zusammenarbeit mit ReferentInnen.
  • Veränderte Wege und Formen der Kommunikation mit ReferentInnen (ein Beispiel) und fachlichen ExpertInnen durch den persönlichen Kontakt in sozialen Medien.
  • Wo ist der Zeitpunkt, wo wirkliche Mitbestimmungsmöglichkeiten über das Bildungsprogramm eröffnet werden können? Welche (vielleicht veränderten) Planungsabläufe braucht es dafür?
  • Ist die Organisation bereit, Entscheidungen über das Bildungsprogramm – teilweise – an die Community abzugeben? Welche Themen sind das, wo das Sinn ergibt? Was ist dann mit den OfflinerInnen?
  • Welche Infrastrukturen braucht es? (WLAN, mobiler Gerätepark, Whiteboards, …)

Inhalte aus Bildungsveranstaltungen im Social Web in Dialog bringen

  • Livestreaming von Veranstaltungen oder Dokumentationsvideos im Netz. Damit sind immer direkte Rückkanäle via Chat oder Kommentar verbunden.
  • Folien (auf Slideshare) oder Prezis von Vorträgen im Netz (auch möglich mit Audio).
    Beispiel: Paul M. Zulehner (hier fehlt allerdings die Rückmeldemöglichkeit, um das wirklich Social Web zu nennen).
  • Live-Twittern über Veranstaltungen. Twitterwall bei Veranstaltungen. (stark abhängig von der Zielgruppe, ob das Sinn macht).
  • Fotos im Netz (Flickr, auf Facebook, …).
  • Social Bookmarking (Delicious, Zootool, …).
  • Videos, Audios, Slides können sehr gut in die Homepage oder ein Blog eingebunden werden und stellen wertvolle multimediale Inhalte z.B. für eine Facebook-Seite dar.  Gut sind aber auch schriftliche, vielleicht persönlich gehaltene Berichte im Blog. Bewährt hat sich dabei oft, einzelne Aspekte herauszugreifen, weil das die Rückmelderate fördert. Dort können dann auch weitere Informationen angeboten werden (Links, …).
  • Urheberrechte abklären. CC-Lizenzen sind dafür ideal und einfach zu handhaben.

Formelle Bildungsarbeit im Netz 

  • Online-Lernformen / eLearning: Dafür gibt es eine Reihe an Tools (Moodle, …) und Plattformen (Edudip, …). Moderne Formen sind immer multimedial und interaktiv angelegt.
  • Umfangreiche Darstellung der Vor- und Nachteile von eLearning in der Wikipedia.
  • Blended Learning: Bezeichnet Lernformen, die Präsenzteile und Online-Lernen verbinden.
  • Sicherheit: Wenn das Thema der Bildungsarbeit unbedingte Vertraulichkeit in der Gruppe erfordert, ist es wichtig, Tools zu verwenden, die das auch wirklich sicherstellen (bspw. der Chat auf Facebook ist das nicht, Email aber genausowenig).
  • Plattformunabhängigkeit und Zugänglichkeit: Die technischen Voraussetzungen seitens der TeilnehmerInnen sollten möglichst gering sein (Internetzugang, Headset, möglich keine extra Installation von Software).
  • Einsatzbereiche: typischerweise in der Begleitung fixer Lerngruppen z.B. in Lehrgängen.
  • Vereinzelt gibt es auch Einzelveranstaltungsangebote, wenn die Zielgruppe dafür passt (Adobe Connect wird dabei häufig verwendet, Google+ Hangouts sind ebenso geeignet).
  • Beispiele (Blended Learning): Kurs Engagement 2.0 am bifeb, Frauenplattform der ksö, …

Informelles Lernen

  • War immer schon wichtig, bekommt aber durch Social Media einen besonderen „Drive“.
  • Informelle Bildung findet im Beziehungsgefüge statt.
  • Die immer bessere Zugänglichkeit von Bildungsinhalten online, eröffnet, dem/der Lernerin neue Möglichkeiten der Selbstbestimmung. Postmoderne Milieus können oft mit tradierten Frontal-Formen der Bildung gar nichts mehr anfangen. Sie wollen aktiv mitgestalten.

Partizipative Veranstaltungsformate

  • Aus der Internetkultur sind verschiedene Veranstaltungsformate entstanden, die durchaus auch für andere Themen als das Internet selbst eingesetzt werden können.
  • Barcamps sind Un-Konferenzen. Es gibt keine ZuschauerInnen, sondern nur TeilnehmerInnen. Das Programm wird gemeinsam zu Beginn der Veranstaltung erstellt. Sie sind die „Formalisierung des Informellen“, der wertvollen Interaktion zwischen den TeilnehmerInnen einer Veranstaltung, die üblicherweise in der Pause passiert. Webmontage sind verkleinere Formen von Barcamps.
  • Bericht vom zweiten Barcamp Kirche und Social Media. Reflexion von Gaby Filzmoser im Hinblick auf den Bildungsbereich.
  • Mehr dazu bei #sbsm.

Foto Flickr CC by JD Hancock

Umgang mit den Risken in Social Web

Datenschutz? Neuformatierung der Privatsphäre? Überwachungsstaat? Cybermobbing? Digital Divide? ….

Mögliche konkrete Ansatzpunkte:

UserInnen im kompetenten Umgang im Social Web stärken

  • Kulturtechniken lernen, z.B. Bewertung von Informationen (eigentlich nicht neu)
  • Gezielte Bildungsangebote z.B. zu Privatsphäre Einstellungen auf Facebook
  • Sehr kompetente Anlaufstellen: http://saferinternet.at/

Elternbildung, Kinderbildung, Jugendbildung

  • Kinder kennen sich technisch oft besser aus als ihre Eltern, brauchen aber Begleitung, weil sie das Verhältnis privat und öffentlich noch nicht so gut beurteilen können. Eltern können, das, was ihre Kinder im Web machen, nur wirklich beurteilen und begleiten, wenn sie selbst im Web aktiv sind.
  • Herausforderung für alle Bildungsbereiche, aber besonders auch für formale Lernorte wie die Schule.
  • Intergenerationelles Lernen forcieren.
  • Kinder bestärken ist die beste Prävention gegen Cybermobbing. Jedenfalls frühzeitig reagieren! Unterstützung gibt es bei http://saferinternet.at/.

Informelles Lernen und ziviler Widerstand

  • Informelle Lernorte auch im Hinblick auf die Schattenseiten stärken.
  • Problematische Inhalte auf Facebook gezielt melden. Verschwinden meist recht schnell.
  • Meldestelle für Kinderpornografie und nationalsozialistische Wiederbetätigung: http://www.stopline.at/

Netzpolitik

  • Das Internet war nie ein rechtsfreier Raum. Gesetze gelten dort genauso.
  • Kirche als kompetente Akteurin der Netzpolitik? (Vorratsdatenspeicherung, Internetsperren, Netzneutralität, Digital Divide, …) Braucht die katholische Soziallehre angesichts der Informationsgesellschaft ein Update?

Social Media als Lernfeld.

In der Gesellschaft. In der Kirche. In der Bildung.

Video von der Tagung Web 2.0 als Chance und Herausforderung für die politische Bildung am 21. bis zum 22. November 2011 in Stuttgart.

Theologische Momentaufnahmen zu Kirche und Social Media

Aus dem II. Vatikanisches Konzil ergeben sich viele Anknüpfungspunkte, u.a.:

  • GS „Zeichen der Zeit“ – Veränderung der Kommunikationskultur.
  • GS „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute“ – genau über das kommunizieren Menschen im Social Web, z.B. mitten im „Catcontent“ auf Facebook.
  • Priestertum aller Getauften und Gefirmten – Der einzelne Menschen in ihrem/seinen Glaubenszeugnis im Alltag wird (noch) wichtiger.
Mehr zum Thema findet sich u.a. auf Kirche 2.0.

 

Die Relevanz der Auseinandersetzung über Social Media in der Kirche wird bspw. über die Sinusstudien deutlich:

Kirche ist vor allem in traditionellen Milieus verankert und hat enorme Kommunikationsprobleme in allen anderen Lebenswelten. Internet und Social Media ist lebensprägend für postmoderne Milieus: „Verlängerte Körperlichkeit“ (Sinus U27 Studie). Der biblisch verankerte Heilsuniversalismus gebietet es der Kirche mit allen Menschen in Kommunikation zu kommen. Gelingt das noch? Weiterführende Informationen.

Persönliche Öffentlichkeiten

Kommunikationswissenschaftliches Modell von Jan-Hindrik Schmidt:

Im Social Web entstehen – im Unterschied zur klassischen Öffentlichkeit – „persönliche Öffentlichkeiten“, in dem NutzerInnen

  •  Informationen nach Kriterien der persönlichen Relevanz auswählen,
    [anstatt nach journalistischen Nachrichtenfaktoren]
  • sich an (intendiertes) Publikum richten, das aus sozialen Kontakten besteht,
    [anstatt des verstreuten, unbekannten, unverbundenen Publikums der Massenmedien]
  • und sich im Kommunikationsmodus des „Konversation Betreibens“ befinden.
    [anstatt im Modus des „Publizierens“]

NutzerInnen betreiben:

  • Identitätsmanagement
  • Beziehungsmanagement
  • Informationsmanagement

Das Fazit von Schmidt:

  • Das Internet verändert das soziotechnische Umfeld, in dem Menschen Identitäts-, Beziehungs- und Informationsmanagement betreiben
  • Es lässt einen neuen Typ von Öffentlichkeit entstehen: Persönliche Öffentlichkeiten, die aus Informationen von persönlicher Relevanz bestehen, die an vergleichsweise kleine Publikagerichtet sind und mit Hilfe von artikulierten sozialen Beziehungen gefiltert und verbreitet werden
  • Dies wirkt sich auf Strukturen etablierter Öffentlichkeit aus, verändert aber auch den Kontext für informationelle Selbstbestimmung
  • Entscheidende Frage: Wer hat die Macht, diese neuen Kommunikationsräume zu gestalten?

Fallbeispiel: Katholische Frauenbewegung OÖ auf Facebook

Die Katholische Frauenbewegung OÖ. hat seit ca. einem Jahr eine eigene Facebook-Seite. Auf der Seite wird nur ab und an zu Veranstaltungen eingeladen, der Schwerpunkt sind Informationen über Aktivitäten, oft verbunden mit Blicken hinter die Kulissen. Die Seite wird vor allem von kfb-lerinnen in den Pfarrgemeinden genutzt, die ab und zu selbst auch Inhalte beitragen, aber auch wichtige Multiplikatorinnen für das dezentrale Weitertragen der Inhalte der kfb sind. Mittlerweile gibt es auch zwei lokale kfb-Gruppen, die sich für die Community vor Ort eine Facebook-Seite zugelegt haben.

Fallbeispiel: Die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Die Akademie versteht sich als ein Forum des öffentlichen Austauschs, des freien Dialogs und der kritischen Auseinandersetzung zur Mitgestaltung von Kirche und Welt. Sie ist mit ihren beiden Tagungshäusern in Hohenheim und im oberschwäbischen Weingarten ein Ort lebendiger Begegnung und Gastfreundschaft.
Mit unseren Veranstaltungen und Tagungen laden wir ein zum gemeinsamen Nachdenken und Gespräch in den Bereichen Theologie, Kirche und Religion; Kultur und Geisteswissenschaften; Gesellschaft und Politik.

Ausgangsthese: NutzerInnen erwarten, dass Informationen zu ihnen kommen. 
Kommunikationsstrategie der Akademie: „Man muss dahin gehen, wo die Community ist.“ Denn „dann werden die eigenen Inhalte auch rezipiert und kommuniziert.“ sagt Dr. Heinz-Hermann Pietz.

Wie? 

  • Tagungsdokumentationen auf YouTube (YouTube Account grenzfragen)
  • Tagungen live im Internet übertragen
  • Thematisch ausgerichtete Facebook-Page zum Thema Grenzfragen von Naturwissenschaft und Theologie angeschlossen an das von der Akademie betriebene Forum Grenzfragen
  • Keine eigene Facebook-Seite für die Akademie
  • Persönlicher Twitter-Account
Konkrete Beispiele, wie das Hingehen zu den Menschen ausschauen kann (via):

Beispielsweise hatte ein Wissenschaftsblogger an einer Fachtagung teilgenommen, der für die von Spektrum der Wissenschaft betriebenen Blogreihe „Chronologs“ schreibt. Sein Blogartikel „Gefrorener Geist – aufgetauter Geist?“ wurde 45-mal qualifiziert kommentiert. Der Beitrag hat nach Ansicht von Heinz-Hermann Peitz damit sein Publikum gefunden.

Ähnliches stellte Peitz mit seiner kritischen Rezension des katholischen Jugendkatechismus fest, die er auf der Website forum-grenzfragen veröffentlicht hatte. Er hatte sowohl auf der Facebook-Fanseite der Akademie, als auch auf  Fanseite von Youcat auf seinen Beitrag hingewiesen. Auf der Youcat-Seite konnte er eine Diskussion hervorrufen, auf der Akademie-Seite nicht. Für Peitz ist daher klar: „Wir müssen dahin gehen, wo diskutiert wird und wo das kritische Potenzial ist. Man kann nicht darauf warten, dass die Leute zu einem kommen.“

Linktipps mit weiteren Informationen:

Fallbeispiel: Das GPA-djp-Bildungsabteilungs-Blog

Die Bildungsabteilung der GPA-djp betreibt seit 2008 ein Blog. Dieses ersetzt mittlerweile faktisch die Website.  Die GPA-djp hat ein fixes Weiterbildungprogramm für BetriebsrätInnen, bietet aber zusätzlich und bedarfsorientiert viele Einzelseminare und -veranstaltungen an. Das Blog kann per RSS oder Email abonniert werden. 600 Menschen haben den Email-Newsletter über das Blog bestellt.

Das Blog hat drei Schwerpunkte:

  1. Mitwirken, Mitfühlen und Mitlesen bei der Entwicklung der Bildungsarbeit der GPA-djp.
  2. Vorstellen von „Handwerkszeug“ für die gewerkschaftliche Bildungsarbeit.
  3. Das Vorstellen der Seminarangebote der GPA-djp.

Erreicht wurde:

  • Einblicke und Rückmeldemöglichkeiten zur Bildungsarbeit sind gegeben.
  • Die Auslastung der Bildungsangebote hat sich seit dem ersten Tag deutlich verbessert.
  • Es kann wesentlich kurzfristiger und damit bedarfsorientierter geplant werden.

Weiterführende Links:

Social Media Strategie

Erst das Ziel, dann die Fahrkarte! (via)

Fahrkarte

Was will ich überhaupt?

  • Informationen über das Bildungsprogramm verbreiten? (Werbung)
  • Neue Ideen für das Bildungsprogramm finden? (Crowdsourcing)
  • Bildungsveranstaltung gemeinsam mit TeilnehmerInnen weiterentwickeln? (Interaktion fördern)
  • Veranstaltungs-BesucherInnen Zusatzinformationen bieten? (KundInnenbindung)
  • ErwachsenenbildnerInnen weiterbilden in Richtung Social Media?
  • Bildungsmanagement effizent, zeitgemäß partizipativ organisieren?
  • Feedback?

Informationen verbreiten – „Was nicht im Internet steht, gibt es nicht“

  • Wer ist die Zielgruppe? Auf welchen Social Media Kanälen ist die Zielgruppe?
  • Wenn neue Zielgruppen erschlossen werden sollen: Wer sind MultiplikatorInnen intern/extern in der Zielgruppe?
  • Was kann ich, was können wir realistisch leisten?
  • Wie spielen die Social Media Kanäle zusammen?

 Exemplarische Möglichkeiten zur Informationsverbreitung

  • Privates Facebook-Profil.
  • Facebook-Seite.
  • Twitter.
  • Blog z.B. mit Podcast-Einbindung.
  • Youtube, Flickr, …

Planung, langer Atmen und Lernen

Social Media Aktivitäten brauchen wie jedes andere Projekt auch eine gute Planung und Vorbereitung.

Social Media brauchen einen langen Atem. Erfolge stellen sich nicht oder selten in ein paar Wochen ein.

Social Media ist ein großer Lernprozess: für die Person und die Organisation.

Mehr zum Thema Strategieentwicklung auf Kirche 2.0

Weiterlesen …

Blogs


Blogs sind eine grundlegende Form der Aktivität in Social Media. Entstanden sind sie als Internettagebücher von Einzelpersonen, sie haben sich allerdings weiterentwickelt. Heute, wo durch das ständig neue Entstehen von weiteren Social Media Kanälen die Internetwelt immer unübersichtlicher wird, kann ein Blog eine sehr gute Basis für die Präsenz im Social Web darstellen. Blogs spielen sehr gut z.B. mit Facebook und Twitter zusammen und vermitteln ein persönliches Bild einer Organisation/Institution.

Typisches Blog:

  • persönliche Meinung, persönliche Sicht, persönlicher Stil
  • Nicht nur Fakteninformationen, sondern Blick hinter die Kulissen und Meinungen/Kommentare
  • Kommentarfunktion für Rückmeldungen und Dialog
  • Pingback, Trackback: automatische Benachrichtigung über Links
  • RSS-Feed (einfache Abo-Funktion), ergänzend Email-Abo der Beiträge möglich
  • Tagcloud: „Schlagwort-Wolke“
  • Blogroll: Linkliste zu anderen Blogs
  • Viele Links → Teil der „Blogosphäre“
Notwendig ist
  • ein oder mehrere Personen, die gerne schreiben oder in anderer Form (z.B. Fotos, Videos) Inhalte im Web publizieren wollen
  • die Bereitschaft zum offenen Dialog
  • die Bereitschaft, eigenes Wissen und eigene Erfahrungen zu teilen (CC-Lizenz empfehlenswert)
  • ein Thema, das Mehrwert für LeserInnen schafft – in der Nische!
  • mehr oder minder regelmässige Bereitschaft zum Bloggen und einer langer Atem.
Exemplarische Blogs aus der Erwachsenenbildung und Kirche
Selbst bloggen? 
  • Kostenlose Plattform wie wordpress.com nutzen
  • Selbst Blogsoftware installieren, z.B. WordPress (Achtung! Security-Updates regelmässig notwendig!)
  • Bei einem Gemeinschaftsblog mitmachen
  • Blog als Teil der eigenen Organisationswebsite (Cooperate Blog) oder überhaupt anstatt der Website

Tumblelogs sind reduzierte Blogs

Zahlen

Facebook: 2,64 Millionen ÖsterreicherInnen / mehr

Facebook nutzen alle Bevölkerungsgruppen. Je moderner bzw. postmoderner die Lebenswelt (Sinusstudien!) ist, desto mehr. Jugendliche und junge Erwachsene sind so gut wie alle auf Facebook, die Gruppe 30+ immer stärker. Die Gruppe 55+ ist das am stärksten wachsende Segment.

Twitter59.282 ÖsterreicherInnen, davon etwa die Hälfte aktiv / mehr

Twitter ist in Österreich ein Dienst für MultiplikatorInnen, Medienmenschen, JournalistInnen. Der Altersschnitt ist höher als auf Facebook.

Weitere sehr relevante Social Media Kanäle:

Alle länderspezifischen sozialen Netzwerke wie Szene1 oder Netlog in Österreich oder die VZ-Netzwerke in Deutschland werden immer mehr irrelevant.
Das Nutzungsverhalten im Internet verändert sich, besonders bei jüngeren Menschen. Email und statische Portale werden weniger wichtig, Social Media bedeutsamer. / mehr

Der Begriff und die Relevanz von Social Media

Tim O’Reilly prägte 2006 den Begriff „Web 2.0“. Vereinfacht ist darunter alles Interaktive im Internet zu verstehen. Mittlerweile wird von Social Media gesprochen, dieser Begriff betont das Soziale. Bei Social Media geht es immer um die Person und die Beziehung der Personen untereinander.

Old Media

Social Media

Die Relevanz von Social Media wird in diesen beiden Videos deutlich:


Weiterführende Links:

Grafiken CC by Helge Fahrnberger